Montag, 16. Februar 2026

Otomo Yoshihide & Emilie Skrijelj & Tom Malmendier im Sch8hof Wels

Analoge Plattenspieler, Mixer, ein elektronisches Effektgerät und ein Schlagzeug: Das ist die Grundausstattung, die dieses Trio, bestehend aus dem Japaner Otomo Yoshihide, der Französin Emilie Skrijelj und dem Belgier Tom Malmendier am Schlagzeug, in den Schl8hof zum Musizieren mitbringt. Dazu kommen noch Vinylplatten und diverse kleinere Hilfsmittel. Um Musik im landläufigen Sinn geht es hier auch gar nicht, sondern um das gekonnte Produzieren von Geräuschen aller möglichen Art. Herzstück des Ganzen ist der Rhythmus und Sound des Schlagzeugers, um den herum sich diverse andere, auf unterschiedlichste Art erzeugte Klänge entwickeln. Daraus ergibt sich ein organisches Ganzes, das ein bewegtes Eigenleben an den Tag legt und eine große Bandbreite an Geräuschkulissen hervorbringt. Deren Intensität kann sich steigern, einen Kulminationspunkt erreichen und wieder abschwellen bis zum aboluten Ruhepunkt. Da ist nichts Eintöniges dabei, es herrscht vielmehr eine reiche Variabilität an Sounds. Für Dauerspannung ist dabei gesorgt. Wie die Klangerzeugung funktioniert, ist für mich als Zuschauer nicht so leicht zu eruieren. Oft liegen beispielsweise ein paar Vinylplatten unterschiedlicher Größen gestapelt und dezentriert am Plattenteller und der Tonarm sucht sich seinen Weg. Auch andere Gegenstände werden zum Abtasten der Schallplatten verwendet, so auch der Programmzettel dieses Konzerts. Auch so können Kunstwerke vor den gebannten Blicken der Zuhörer:innenschaft entstehen, die Spannung erzeugen, auch wenn sie abseits jeglicher Melodik passiert. Und das Erstaunliche daran ist, dass die Geräuschergüsse bei mir ein gutes Gefühl hinterlassen haben, entspannend gewirkt haben, dem Aggressionsabbau dienlich waren, gleich einem reinigenden Geräuschebad.
 

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