Die Dienstag-Reihe an Konzerten der Musikwerkstatt Wels kann immer wieder einmal für äußerst positive Überraschungen sorgen. Dieses mal tauchte ein mir bis dahin unbekanntes Quartett auf, geleitet vom deutschen Pianisten Michael Kornas, der drei polnische Kollegen aus seiner Studienzeit in Krakau mitgebracht hat (Marcin Konieczkowicz am Tenorsax, Alan Wykpisz am Kontrabass und Maksymilian Olszewski am Schlagzeug). Schon die ersten sanften Töne eröffnen ein Klanguniversum, das geprägt ist von einem musikalischen Fluss, der atmet, der Räume eröffnet, in denen dann die Musiker ihre Geschichten erzählen. Der Mann am Tenorsax macht das mit einem warmen, eher fragil wirkenden Sound, der sich allerdings auch zum Expressiven hin wandeln kann. Der Ideenreichtum seiner "Erzählungen" ist groß. Ebenso reich an musikalischen Einfällen sind die Improvisationen des Bassisten - ein gestrichenes Solo beeindruckt mich besonders - und ebenso die des Pianisten. Dieser erzeugt mittels elektronischer Groovebox auch bisweilen Hintergrund-Sounds, die dem musikalischen Ausdruck auf völlig unaufdringliche Weise noch mehr Gewicht verleihen. Die Musik des Quartetts hat für mich einen magisch-mystischen Sog, der mich gefangen nimmt und eintauchen lässt in eine Welt musikalischer Stimmungen und Geschichten. Die Kompsitionen sind eher lyrisch-melodischer Art ohne Härten, wobei mich das Klavierspiel manchmal an Keith Jarrett erinnert. Die Begeisterung beim erfahrenen Musikwerkstatt-Publikum ist daher dieses Mal auch besonders groß. So hohe Qualität bekommt man nicht allzu oft geboten.
Mittwoch, 4. Februar 2026
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