Samstag, 14. Februar 2026

Max Nagl Quintett im Jazzit Salzburg

Der aus Ohlsdorf bei Gmunden stammende Komponist und Saxophonist Max Nagl ist für mich kein Unbekannter, und ich war über einen langen Zeitraum schon mehrmals Zuhörer seiner Konzerte. Im Jazzit Salzburg stellt er sein neues Album "Phasolny" vor, und zwar mit einem Quintett erlesener Musiker der österreichischen Jazz-Szene. Der von mir hoch geschätzte Georg Vogel spielt Klavier, Gregor Aufmesser den Kontrabass, der gebürtige US-Amerikaner Phil Yaeger die Posaune und Martin Eberle die Trompete. Ein Schlagzeug vermisse ich nicht und es würde bei dieser Art von Kammermusik eher stören. Die Kompositionskunst Nagls steht dabei im Vordergrund. Seine neuen Stücke haben nicht nur originelle Namen wie Schalf, Brandl, Graul oder Kredenz, sie sind es auch ,und sie sind ziemlich komplex und vertrackt, was äußerste Konzentration von den Aufführenden erfordert. Dennoch kommt das Gebotene mit einer spielerischen Leichtigkeit daher und bringt mich ob der witzigen Ideen des Öfteren heimlich zum Lachen. Vieles ist streng vorgegeben und muss akkordiert geschehen, allerdings gibt es genügend Freiheiten für die einzelnen Spieler, sei es beim kollektiven wie auch beim solostischen Improvisieren. Georg Vogels pianistische Eskapaden stechen für mich dabei besonders hervor und auch Gregor Aufmesser macht von seiner Improvisationsfreiheit regen Gebrauch. Insgesamt erzeugt der Klangkörper ein an Klangfarben reiches musikalisches Gemälde. Max Nagls Musik war und ist noch immer schwer einzuordnen. Vergleiche mit Anthony Braxton werden gezogen, architektonische Herangehensweise und "stilistische Furchtlosigkeit" werden ihm nachgesagt. Ein Max-Nagl-Konzert ist jedenfalls ein besonderes Erlebnis und der Jubel über die brilliante Vorstellung im gut besuchten Jazzit fällt dementsprechend groß aus.
 

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