Freitags ist immer Livemusik-Tag im kleinen Restaurant im Industriegebiet Seewalchen, der sich im Sommer auf der überdachten Terrasse abspielt. Lokale Bands finden hier Auftrittsmöglichkeiten für freiwillige Spenden. "The Legends", welche diesen Freitag für gute Stimmung sorgten, sind eine Coverband, die Rock, Blues, Soul und Reggae der 1950er bis 1970er Jahre zum Besten gibt. Drei Gitarren und Gesang reichen dafür locker aus. Ein Schlagzeug würde die Wohnzimmer-Atmosphäre eher stören. Engelbert Pichler, Willi Bell und Walter Zeininger (v. l. n. r. am Foto) sind Könner und Routiniers auf ihren Instrumenten und tragen den Spirit dieser Jahre in sich. Dabei wird nichts eins zu eins nachgespielt, sondern es geht um die eigenständige musikalische Interpretation der großen Vorbilder wie Chuck Berry, Bob Dylan, Lou Reed, Bob Marley, Bee Gees, Tina Turner usw. Der Funke springt schnell auf das Publikum über und bald füllt sich auch der knapp bemessene Bewegungsraum für die Tanzfreudigen aus dem Publikum. Nach drei Sets und zahlreichen Zugaben geht schließlich dieser wunderbare musikalische Abend zu Ende.
Samstag, 30. August 2025
Donnerstag, 28. August 2025
Frizzante Fusion in der Vituskirche Regau
Die Vituskirche ist eine kleine Kirche in Oberregau an der Südflanke des Agertals. Schon seit Längerem finden dort im Sommer mehrere Konzerte statt. Es war an der Zeit, dieses Jahr zumindest eines davon zu besuchen. Organisiert wurden drei Konzerte von der aus Vöcklabruck stammenden Pianistin Doris Kitzmantel, die dafür eine Reihe von Künstlerkolleg:innen eingeladen hat. Bei "Frizzante Fusion" wirkten mit: Marlies Gaugl (Querflöten), Josef Semeleder (Kontrabass) und Leonhard Königseder (Schlagzeug). Das Konzert begann mit Klassik zuerst mit einem Duett für Flöte und Klavier von Jules Mouquet und dann mit einem Duett für Kontrabass und Klavier von Giovanni Bottesini, wobei mich vor allem der gestrichene Bass besonders beeindruckt hat. Im zweiten Teil nach der Pause bildeten die Musiker:innen dann ein klassisches Jazz-Quartett, denn es galt eine Suite des vor fünf Jahren verstorbenen französischen Jazzpianisten und Komponisten Claude Bolling darzubieten. Die "Suite for flute and jazz piano trio" stellt einen breit gefächerten, rhythmisch vielfältigen Stilmix dar, der von der barocken Fuge über Weltmusik-Elemente bis zum Modern Jazz reicht. Die Band wird den kompositorischen Herausforderungen mehr als gerecht und erntet reichlich Applaus vom Publikum im dicht gefüllten Kirchenraum. Als Zugabe erweisen die Künstler:innen noch Astor Piazzolla die Ehre (inklusive einer Tanzeinlage des Bassisten), womit man mir eine große Freude machen kann.
Montag, 25. August 2025
"Die Klanggärtnerei" in Gmunden
Michaela Schausberger tritt als Musikerin immer wieder mit eigenen Projekten in Erscheinung. Anlässlich des Welttags der eigenartigen Musik (International Strange Music Day, 24. August) hat sie eine Gruppe von acht Musiker:innen um sich geschart, mit denen sie einen recht eigenartigen musikalischen Abend kreiert hat. Begonnen hat das Ganze im KunstQuartier Stadtgarten, der alten Gärtnerei, wo die ersten Klänge ertönten. Dann setzte sich der Zug aus Musikern und recht zahlreich erschienenen Zuhörer:innen den Weg hinauf zur nicht weit entfernten Kalvarienbergkapelle. Unterwegs gab es dabei einige musikalische Einlagen - Gesänge von Hildegart von Bingen aus dem 12. Jhdt. In der Kapelle versammelten sich dann die Musiker:innen und das Publikum zum Hauptact des Abends. Nun kamen auch Stücke aus dem 20. Jhdt. zur Aufführung, das wunderbare "Come Sunday" von Duke Ellington zum Beispiel oder "Blackbird" von den Beatles. Dabei gab es viel Raum für Improvisation und Klangspielerei von Papierrascheln bis zum Einsatz von Klangschalen. Das intensive Klanggeschehen kam durch die tolle Akustik des Kapellenraums bestonders gut zur Geltung. Das Publikum zeigte sich begeistert von der Aufführung und nicht zuletzt auch vom schönen Ambiente des Kalvarienbergs mit seiner malerischen Aussicht auf Gmunden, den See und die Berge.
Donnerstag, 21. August 2025
Igmar Jenner und Borut Mori im Domquartier Salzburg
QUER_BEET ist eine Veranstaltungsreihe im öffentlichen Raum in der Salzburger Altstadt, die an verschiedenen Orten monatlich mittwochs stattfindet. Der Ort der letzten Darbietung war vor dem Herkulesbrunnen im Innenhof der Residenz. Dort präsentierte sich ein Duo, bestehend aus dem österreichischen Violinisten Igmar Jenner und dem slowenischen Akkordeonisten Borut Mori, die schon seit ihrer gemeinsamen Studienzeit in Graz vor 20 Jahren zusammen musizieren. Die Beiden spielen sowohl Eigenkompositionen als auch Stücke anderer Komponisten, wie z. B. von Renaud Garcia-Fons und Jean-Louis Martinier. Was dabei herauskommt, ist Weltmusik vom Feinsten mit Anklängen an Balkan-Musik, ungarischen Csárdás und französische Musette sowie immer wieder das Durchklingen des Tango Nuevo Astor Piazzollas. Beide Musiker ergänzen sich prächtig und spielen und improvisieren auf höchstem Niveau. Der reizvolle Rahmen und die gute Akustik ermöglichen es, einen wunderbaren Sommerabend an diesem historischen Ort genießen zu können.
Montag, 18. August 2025
Alan Bartuš Trio im Musikpavillon Linz
Das letzte Sommerkonzert im Musikpavillon an der Donaupromenade bietet noch einmal höchste musikalische Qualität. Die kommt dieses Mal aus der Slowakei als Jazztrio mit dem erst 24-jährigen Alan Bartuš am E-Piano, dessen Vater Stefan Bartuš am Bass und David Hodek am Schlagzeug. Alan Bartus präsentiert sein neues Album "Born in Millennium", das hauptsächlich Eigenkompositionen enthält. Sein Spiel ist kraftvoll, seine Improvisationen einfallsreich und das Zusammenspiel mit seinen musikalischen Partnern ergibt ein überzeugendes Ganzes. Hier musizieren drei gleichberechtigte Partner und sowohl Stefan Bartuš als auch David Hodek glänzen auf ihren Instrumenten und treten auch bisweilen damit in den Vordergrund. Die Darbietung ist spannend vom ersten bis zu letzten Ton, das Energielevel ist durchgehend hoch und das Konzert endet mit einer furiosen Improvisation des Pianisten über John Coltrane's "Giant Steps" auf einem tragbaren Mini-Keyboard. Schöner kann der jazzige Musiksommer im Linzer Musikpavillion nicht zu Ende gehen.
Sonntag, 17. August 2025
Smart Love Junkies am Broooklyn Beach Vöcklabruck
"Smart Love Junkies" sind eine Cover-Band aus dem Bezirk Vöcklabruck, die es schon über 35 Jahre in unterschiedlicher Besetzung gibt und die eine große regionale Fangemeinde besitzt. Frontman, Gitarrist und Sänger Mandi Eckel ist eines der Urgesteine dieser Band, die vor allem Songs aus der Rock-Ära der 1960er und 1970er Jahre im Repertoire hat. Die Gitarrenband wird noch durch Franz Grabner am Tenorsax unterstützt und ist im Laufe ihrer Geschichte auch immer wieder durch Gastmusiker:innen erweitert worden. Aktuell spielt Josef Riedler den Bass und Stefan Trippbacher die Leadgitarre. Hari Niemezeck ist der Schlagzeuger. Die Band spielt die Stücke nicht eins zu eins nach, sondern verleiht ihnen eine eigene Note, wozu auch der recht "eigene" Gesang von Mandi Eckel beiträgt. Es gelingt ihnen, eine positve Stimmung zu erzeugen und ihrem Bandnamen auch wirklich gerecht zu werden. Der milde Sommerabend am Vöckla-Strand war dafür das ideale Ambiente.
Samstag, 16. August 2025
Paganin Soatnquartett im OKH Vöcklabruck
Die Konzertreihe "thursdays4jazz" im OKH Vöckabruck läuft auch den Sommer durch und so war letzten Donnerstag das Paganin Soatnquartett zu Gast. Die Musiker kommen aus dem Ausseerland und die Band ist nach dem Bassisten und Bandleader Patrick Paganin benannt. Für den Rhytmus ist außerdem zuständig der Gitarrist Hans Greimeister, den melodischen Part übernehmen Jakob Rodlauer (Gipsy-Jazz-Gitarre) und Philipp Schacher (Violine und Gesang). Die Band spielt vor allem Salonmusikstücke der Zwischenkriegszeit mit deutschsprachigem Gesang, aber auch Jazzstandards und Eigenkompositionen mit starker Anlehnung an die Musik Django Reinhardts. Das Tempo der Stücke ist zum Teil schwindelerregend, die Violin- und Gitarrensoli virtuos. Die Spielfreude ist groß und so gelingt es der Band, den Funken auch aufs zahlreich erschienene Publikum überspringen zu lassen. Das Quartett schafft es, rein akustisch ohne jegliche Elektronik die OKH-Bar mit ihren Klängen zu erfüllen, was ich als großen Vorzug empfinde. Besonders beeindruck hat mich, dass auf diese Weise auch Jazzballaden wie "There Will Never Be Another You" oder ein rasantes "I Got Rhythm" wunderbar zur Geltung kommen.
Donnerstag, 14. August 2025
MV Attersee im Musikpavillon Attersee
In der österreichischen Musikkultur spielen auch die Blasmusikkapellen eine bedeutende Rolle. Es gibt über 2000 davon in Österreich. Eine davon durfte ich an diesem lauen Sommerabend im Musikpavillon Attersee am Attersee hören. Beeindruckend dabei ist, dass so eine Kapelle aus fast 50 Musiker:innen besteht mit unterschiedlichsten Blasinstrumenten in vielfacher Zahl und zusätzlichen Schlaginstrumenten. Sogar ein Fagott ist mir ins Auge gestochen. Der personelle Aufwand einer Jazz-Big-Band wird bei weitem übertroffen. Vor allem eine Vielzahl an Hörnern macht den Sound einer solchen Blasmusikkapelle aus. Blasmusik wird meist mit Marschmusik in Verbindung gebracht, was ja auch stimmt. Allerdings geht das Repertoire heute weit darüber hinaus. Vor allem Potpourris (auch als Medleys bekannt) sind beliebte Darbietungen, wobei meist bekannte Melodien aus verschiedenen Musikgenres zu neuen Stücken verbunden werden. Dabei kommt auch Popmusik zum Zug, wobei der MV Attersee neben englischen Popsongs auch Austropop im Programm hat. Gerade in der Tourismussaison im Sommer am Attersee ist ein Auftritt eines solchen Orchesters sehr willkommen und liefert einen wertvollen Beitrag zur regionalen Volkskultur.
Montag, 11. August 2025
Organized Crime im Musikpavillon Linz
Jazzmusik hat mittlerweile auch schon eine längere Geschichte und einen Teil der Entwicklung durfte ich ja selbst miterleben. Die Band "Organized Crime", die in der Reihe der sommerlichen Musikpavillon-Konzert letzten Sonntag aufgetreten ist, greift einen Abschnitt der Jazzhistorie heraus und macht ihn zu ihrem Programm. Insbesondere dem Gitarristen Kenny Burrell (der noch lebt) und seinem 1963 erschienenen Album "Midnight Blue" erweist Bandleader und Gitarrist Frank Folgmann auf seiner Gibson die Ehre. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Hammond-Orgel, die damals sehr in Mode war. Da das Instrument recht schwer und heute auch schwer zu kriegen ist, hat der Pianist Andreas Kissenbeck ein Keyboard von Uhl mitgebracht, das zusammen mit einem alten Leslie den Hammond B3-Klang perfekt simuliert. Den Basspart übernimmt er damit auch und so vervollständigen nur noch das Schlagzeug (Erwin Drescher) und die Bläser (Markus Gorofsky, Trompete und Andreas Lachberger, Tenorsaxophon) das Quintett. Das Programm orientiert sich an Größen der damaligen Zeit wie Grant Green, Jack McDuff, Ben Webster, Charlie Parker, Hank Mobley, Horace Silver und Nat Adderley. Die Nummer kommen vor allem bluesig, funky und swingend daher, die Soli der Bandmitglieder sind brillant, wobei mir das unaufgeregte, relaxte Spiel Frank Folgmanns besonders gut gefallen hat. Die Band erfindet Jazz nicht neu, sondern vergegenwärtigt ein wichtiges Stück Jazztradition.
Freitag, 8. August 2025
Quasthoff's Favourite Songs im Stadttheater Gmunden
Der Sänger Thomas Quasthoff ist sowohl als Opernsänger als auch als Sänger im Jazz-Genre bekannt, tritt allerdings seit einiger Zeit nur mehr im Bereich Jazz in Erscheinung. Im Stadttheater Gmunden im Rahmen der Salzkammergut Festwochen wurde er begleitet von Simon Oslender am Klavier, Wolfgang Meyer an der Gitarre und dem Posaunisten Shawn Grocott, wobei ich das Fehlen von Schlagzeug und Bass durchaus als angenehm empfunden habe. Was sind nun Quasthoff's Favourite Songs? Es sind fast alle recht bekannte und populäre Lieder, die man auch von vielen anderen Interpreten kennt. "Route 66" zum Beispiel oder "Fly Me To The Moon", "Let There Be Love" und Brasilianisches wie "Corcovado" und "The Girl from Ipanema" und auch Songs von Stevie Wonder (If It's Magic), Sting (Fragile), Tom Waits (San Diego Serenade), John Lennon (Imagine) und Charlie Chaplin (Smile), die für ihn alle eine besondere Bedeutung haben. Diese Lieder interpretiert Quasthoff mit seiner Band auf seine eigene Art mit sonorer Baritonstimme, wobei auch genügend Freiraum für das gekonnte Improvisieren von Klavier und Posaune vorhanden ist. Reine Instrumentalstücke wie zum Beispiel Joe Hendersons "Recorda me" runden das Programm ab. Und dann gibt es auch noch (angeregt durch den Gesangsstil Bobby McFerrins) freies stimmliches Improvisieren von Thomas Quasthoff selbst, das sowohl seine Kreativität als auch seine stimmlichen Fähigkeiten deutlich unter Beweis stellt. Nicht zuletzt ist er ein Entertainer, der auch zwischen den Musikstücken das Publikum zu unterhalten weiß. Somit kann das volle Haus des Stadttheaters einen berührenden und ebenso unterhaltsamen Sommer-Jazzabend genießen.
Donnerstag, 7. August 2025
Daniel Richter-Ausstellung in der Galerie Ropac Salzburg
Manchmal werde ich auf Kulturevents aufmerksam, indem ich mir auf ORF2 den "Kulturmontag" ansehe. Ein Interview mit dem Deutschen Maler Daniel Richter hat mich neugierig gemacht auf seine neuen Bilder unter dem Titel "Mit elben Birnen" (angelehnt an Hölderlins berühmtes Gedicht), die zurzeit (bis 27.9.) in der Salzburger Galerie Thaddaeus Ropac in der Villa Kast am Mirabellplatz ausgestellt sind. So hat es mich beim letzten Salzburg-Besuch dorthin gezogen, um die großformatigen Bilder Richters in natura zu betrachten. In dieser Galerie kommen sie sehr gut zur Geltung. Jedes Bild darf eine ganze Zimmer- oder Stiegenhauswand einnehmen. Die Malereien sind groß und abstrakt, wobei ich mit den dargestellten Objekten doch (menschliche) Lebewesen assoziiere. Die Buntheit und das Farbfleckige stechen hervor, wobei je Bild meist eine bestimmte Farbe vorherrscht. Wer sich nicht so sehr für Malerei interessiert, dem sei ein Besuch dort dennoch empfohlen. Allein die Villa, in der die Galerie beheimatet ist, ist schon einen Besuch wert. Das Licht in den weißen Räumen hat seinen Reiz und auch der besondere Ausblick auf den von Touristenströmen gefluteten Mirabellgarten. Vor dem Balkon erinnert eine chromglänzende, wurstartige Skulptur von Erwin Wurm an die ebenfalls zurzeit in der Halle Ropac laufende Ausstellung dieses österreichischen Künstlers.
Dienstag, 5. August 2025
Diknu Schneeberger und Alexander Sieber im Landhaus Linz
Diknu Schneeberger habe ich schon öfter gehört, zuletzt im Duo mit Christian Bakanic, das mir besonders gut gefallen hat. Im Arkadenhof des Linzer Landhauses habe ich nun die Gelegenheit, ihn mit einem zweiten Gitarristen anzutreffen. Alexander Sieber ist ebenso versiert auf der Gitarre wie Diknu Schneeberger. Sie ergänzen sich gegenseitig, indem jeder von ihnen einmal den begleitenden und führenden musikalischen Part beiträgt. Stilistisch höre ich manchmal alte Musik heraus, manchmal eine deutlichen Latin Touch, Gipsy Music, Volksliedhaftes und Walzertakte. Die Musiker bringen dabei ihre eigenen Kompositionen zur Aufführung Präzision und Geschwindigkeit sind die Merkmale dieser Darbietung und große Spielfreude. So setzen die Beiden ihr Konzert auch noch nach dem leider einsetzenden Regen noch fort, während sich die meisten der Konzertbesucher:innen unter die schützenden Arkaden des Hofes zurückgezogen haben. Trotz der Witterungsbedingungen konnte somit dieses Serenaden-Konzert unbeschadet über die Bühne gehen.
Montag, 4. August 2025
NYC Contemporary Composers Orchestra im Musikpavillon Linz
Was hat Musik an einem kühlen Sonntagsommerabend im Linzer Donaupark mit NYC zu tun? Nur so viel, wie die US-amerikanischen Komponist:innen der vorgetragenen Stücke mit NYC zu tun haben. Das sind u. a. der Schlagzeuger Nate Smith, die Pianistin Ellen Rowe und der Bassist Martin Nevin, deren Kompositionen eine Gruppe von acht Musiker:innen zur Aufführung bringen, unterstützt von Chris Kronreif, der diese an der Bruckner-Uni betreut. Die Instrumentierung ist eine ziemlich bunte Mischung aus Schlagzeug, E-Bass, Gitarre, Cello, Violine, Querflöte, Trompete und Saxophon bis zur Bassklarinette. Entsprechend klangfarbenreich und bisweilen recht druckvoll präsentiert sich dieses Nonet auch. Dabei geht es meist recht melodisch zu, manchmal etwas wild, und oft steigern sich sanft beginnende Stücke zu mächtigen Soundgebilden. Auch Freiraum für individuelles solistisches Improvisieren ist vorhanden, sodass die jungen Musiker:innen auch darin ihr Können beweisen können. Ein Stück stammt übrigens von Moritz Lindner, dem Schlagzeuger der Gruppe, den ich schon mit der Formation "Roundabout" im OKH Vöcklabruck kennen lernen durfte. Auch wenn der kühle Nordwestwind ein paar Notenblätter verweht hat, so ist es Chris Kronreif mit seinen Schützlingen doch gelungen, diesem unfreundlichen August-Abend reichlich musikalische Wärme entgegen zu setzen.
Sonntag, 3. August 2025
LEBER beim Perspektiven-Festival im Musikpavillon Attersee
Beim Perspektiven Kunstfestival in Attersee am Attersee gibt es immer auch etwas für die Ohren. Dieses Mal war es ein Auftritt der Punkband LEBER aus Linz, die den Musikpavillon am Atterseestrand zum Ort wilder Rebellion werden ließ. Die drei Frauen und der Schlagzeuger aus Linz lassen originären Gitarren-Punk (heute Post-Punk) ertönen, verfeinert mit ideenreichen Synthesizer-Kängen. Den Gesangspart übernimmt die Bassistin Andrea Sailer, die mit Schreien und Kreischen dem Ganzen eine besonders eindringlich-aggressive Note gibt. In den deutschen Texten geht es vor allem um Alltagserfahrungen von Frauen und die Reaktion darauf, die ganz in Richtung Selbstermächtigung zielt. "Das ist mein Revier. Ich gehöre mir!" oder "Du bist ein Narzisst!", lauten die Statements, die die Frontfrau von LEBER in die Attersee-Nacht hinausschreit. Dass die Leber ein überlebenswichtiges menschliches Organ ist, stimmt ja, dennoch halte ich das beim Rückwärtslesen offenbar werdende Palindrom REBEL für passender, um die Intention der Band zu charakterisieren. Und so mögen die rebellischen Linzerinnen mit ihrem Taktgeber ihre musikalischen Aufstände noch so lange fortführen, wie sie sichtlich Spaß daran haben. Den hatten die trotz Regens zahlreich erschienenen Zuhörer:innen sicherlich auch.
Samstag, 2. August 2025
Ferry Ilg Bigband im enhazehn in Linz
Die Ferry Ilg Bigband gibt es schon bald 50 Jahre. Der Gründer, nach dem sie benannt ist, ist allerdings schon lange tot und die Besetzung hat viele Male gewechselt. Zurzeit wird sie vom Gmundner Wolfgang Fürtbauer geleitet. Ich nutze die Gelegenheit, die Band im Garten des Kulturzentrums NH10 im Linzer Stadtteil Neue Heimal zu sehen und zu hören. Zu hören bekommt man dabei vor allem Stücke der großen Jazzorchester der 1930er und 1940er Jahre wie Count Basie, Glenn Miller oder Duke Ellington, die recht originalgetreu vorgetragen werden. Dazu erfolgen erklärende Worte des Bandleaders, die den traditionellen Bigband-Jazz auch Noch-nicht-Experten nahe bringen sollen. Im zweiten Set wird die Musik dann etwas moderner und es kommen Arrangements von Woody Herman bis zum Thad Jones/Mel Lewis Orchestra zur Aufführung. Die Ferry Ilg Bigband zeigt sich gut vorbereitet und meistert auch schwierige musikalische Hürden bravourös. Auch die solistischen Improvisationen der Bläser sind von hoher Qualität. Da auch das Wetter mitspielt, können die zahlreichen interessierten Zuhörer:innen das feine, intime Jazz-Open-Air ungestört genießen.
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